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Mietkaution bei der Postbank: Welche Möglichkeiten gibt es heute?

Von Ulf Mayer Veröffentlicht am Aktualisiert am
Mietkaution bei der Postbank: Welche Möglichkeiten gibt es heute?

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Die Mietkaution stellt für viele Mieter eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Umso wichtiger ist es, eine Lösung zu wählen, die rechtssicher, praktikabel und zeitgemäß ist. Die Postbank wird im Zusammenhang mit Mietkautionen häufig genannt – doch welche Möglichkeiten bietet sie heute tatsächlich noch?

Ein genauer Blick zeigt: Das Angebot der Postbank hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert.

Das frühere Mietkautionssparbuch der Postbank (bis 2020)

Bis zum 01. Oktober 2020 bot die Postbank ein klassisches Mietkautionssparbuch an. Das Produkt trug den Namen:

„Mietkaution Sparbuch 3.000 plus“

Dabei handelte es sich um ein verpfändetes Sparbuch, das auf den Namen des Mieters lief und zugunsten des Vermieters verpfändet wurde – eine damals weit verbreitete Standardlösung.

Warum wurde das Produkt eingestellt?

Die Einstellung des Mietkautionssparbuchs ist Teil eines allgemeinen Trends:

  • anhaltende Niedrigzinsphase
  • hoher administrativer Aufwand
  • sinkende Nachfrage nach papierbasierten Bankprodukten
  • Fokus der Banken auf schlankere, digitale Angebote

Seit Oktober 2020 bietet die Postbank kein eigenes Mietkautionskonto oder Sparbuch mehr an.

Welche Mietkautionslösungen bietet die Postbank heute an?

Aktuell vertreibt die Postbank keine eigene Kautionsanlage mehr. Stattdessen fungiert sie als Vertriebspartner für Mietkautionsversicherungen.

Mietkautionsversicherung über Kautionsfrei (PlusForta)

Die Postbank vermittelt derzeit Mietkautionsversicherungen des Anbieters Kautionsfrei, einer Marke der PlusForta GmbH.

So funktioniert die Mietkautionsversicherung

  • keine Einzahlung der Kautionssumme
  • stattdessen Zahlung eines jährlichen Beitrags
  • der Vermieter erhält eine Bürgschaft
  • die Kaution bleibt liquide

Gerade bei längeren Mietverhältnissen kann die Mietkautionsversicherung deutlich höhere Gesamtkosten verursachen.

Ident-Verfahren: Postbank Filiale vs. Smartphone

Die Postbank bietet weiterhin den PostIdent-Service in ihren Filialen an. Dieser wird auch heute noch von vielen Anbietern genutzt, insbesondere bei klassischen Bank- oder Versicherungsprodukten.

Allerdings hat sich der Markt deutlich weiterentwickelt:

  • viele moderne Anbieter setzen auf VideoIdent oder App-basierte Ident-Verfahren
  • Identifikation erfolgt bequem per Smartphone
  • ortsunabhängig, ohne Filialbesuch
  • oft innerhalb weniger Minuten abgeschlossen

Gerade für digital affine Mieter ist der Filialgang heute meist nicht mehr zeitgemäß.

Moderne Alternativen zur Postbank-Mietkaution

Da die Postbank selbst kein Mietkautionskonto mehr anbietet, gewinnen digitale Alternativen zunehmend an Bedeutung.

Smartmiete Kautionskonto

Das Smartmiete Kautionskonto (Instabank) ist eine vollständig digitale Lösung zur Hinterlegung der Mietkaution.

Merkmale:

  • gesetzeskonform nach § 551 BGB
  • Online-Abschluss
  • getrennte Verwahrung der Kaution
  • transparente Verwaltung
  • keine Versicherung, sondern echte Kautionsanlage

Besonders für Mieter, die ihre Kaution klassisch hinterlegen möchten, aber auf Papier und Filialbesuche verzichten wollen, stellt Smartmiete eine zeitgemäße Alternative dar.

Morgenfund Kautionsdepot

Das Morgenfund Kautionsdepot kombiniert die Mietkaution mit einer kapitalmarktbasierten Anlage.

Merkmale:

  • digitale Depotlösung
  • potenziell höhere Renditechancen
  • langfristige Ausrichtung
  • gesetzeskonforme Kautionsstruktur

Diese Lösung eignet sich insbesondere für Mieter mit langer Mietdauer, die bereit sind, moderate Schwankungen zugunsten höherer Ertragschancen in Kauf zu nehmen.

Vergleich: Postbank heute vs. digitale Mietkautionslösungen

Kriterium Postbank Digitale Anbieter
Eigenes Kautionskonto ❌ nein ✅ ja
Mietkautionsversicherung ✅ ja teilweise
Online-Abschluss eingeschränkt ✅ vollständig
Filialbesuch nötig oft ja ❌ nein
Smartphone-Ident ❌ ✅
Kapitalbindung nein (Versicherung) ja (Konto / Depot)
Rückzahlung am Mietende ❌ ✅

Fazit: Welche Möglichkeiten bietet die Postbank für die Mietkaution?

Die Postbank bietet keine eigene klassische Mietkautionsanlage mehr an. Seit der Einstellung des Produkts „Mietkaution Sparbuch 3.000 plus“ im Oktober 2020 beschränkt sich das Angebot auf die Vermittlung von Mietkautionsversicherungen über Kautionsfrei (PlusForta).

Wer stattdessen Wert legt auf:

  • echte Hinterlegung der Kaution
  • digitale Prozesse
  • ortsunabhängige Identifikation per Smartphone
  • mögliche Verzinsung oder Renditechancen

sollte moderne Alternativen wie das Smartmiete Kautionskonto oder das Morgenfund Kautionsdepot in Betracht ziehen.

👉 Ein Vergleich hilft dabei, die passende Mietkautionslösung für die eigene Situation zu finden – insbesondere im Hinblick auf Mietdauer, Liquidität und Gesamtkosten.


Häufige Fragen zur Mietkaution bei der Postbank

Gibt es das Postbank Mietkautionssparbuch noch?

Nein. Das Produkt „Mietkaution Sparbuch 3.000 plus“ wurde zum 1. Oktober 2020 eingestellt. Seither führt die Postbank kein eigenes Mietkautionskonto und kein Kautionssparbuch mehr im Angebot. Wer heute auf Suchergebnisse zu diesem Produkt stößt, findet in aller Regel veraltete Seiten aus der Zeit davor.

Was passiert mit einem bestehenden Postbank Kautionssparbuch?

Bereits eröffnete Sparbücher laufen weiter – die Einstellung betraf das Neugeschäft, nicht die bestehenden Verträge. Am Mietende wird ein solches Sparbuch wie gewohnt abgewickelt: Der Vermieter gibt die Verpfändung frei, danach kann der Mieter über Guthaben und Zinsen verfügen. Der Ablauf ist im Beitrag Mietkautionskonto auflösen beschrieben. Bei Unklarheiten über den Verbleib des Sparbuchs hilft eine Nachfrage bei der Postbank unter Angabe der alten Kontonummer.

Ist die über die Postbank vermittelte Kautionsversicherung eine gute Wahl?

Das hängt fast ausschließlich an der Mietdauer. Die Versicherung bindet kein Kapital und ist beim Einzug die günstigere Lösung – dafür läuft die Prämie über die gesamte Mietzeit und fließt am Ende nicht zurück. Bei einem Mietverhältnis über viele Jahre übersteigen die Prämien die Kautionssumme regelmäßig deutlich, während eine hinterlegte Kaution vollständig zurückkommt und zusätzlich Zinsen trägt. Wer die Summe aufbringen kann, fährt langfristig mit der klassischen Hinterlegung günstiger.

Muss der Vermieter eine Kautionsversicherung akzeptieren?

Nein. Der Vermieter kann auf einer Sicherheit in der im Mietvertrag vereinbarten Form bestehen; ein Anspruch auf den Austausch gegen eine Bürgschaft besteht nicht. Umgekehrt darf er dem Mieter auch keine Form aufzwingen, die diesen schlechter stellt als das Gesetz es vorsieht – siehe nachteilige Vereinbarungen zur Mietkaution. In der Praxis ist die Frage Verhandlungssache und sollte vor Vertragsschluss geklärt werden.

Quellen

  1. § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten — Bundesministerium der Justiz
  2. Zinssätze für Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist bis 3 Monate, Stand 31.07.2026 — Deutsche Bundesbank
Porträtfoto von Ulf Mayer
Ulf Mayer — Herausgeber und Redaktion

Betreibt seit 2010 unabhängige Informationsportale rund um die Mietkaution und wertet dafür laufend Bankkonditionen, Anbieterbedingungen und BGH-Rechtsprechung aus.

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