Mietkaution Zinsen berechnen
Wenn man eine Wohnung mietet und eine Kaution hinterlegt, steht dem Mieter grundsätzlich nicht nur nach Auszug das Geld selbst zu, sondern auch die Zinsen, die darauf während der Mietzeit anfallen. Doch wie hoch sind diese Zinsen eigentlich, und wie kann man sie korrekt berechnen? Auf dieser Seite erfährt man alles Wichtige zur Zinsberechnung bei der Mietkaution - verständlich erklärt.
Die Kaution muss nach § 551 Abs. 3 BGB verzinst angelegt werden. Die Zinsen stehen dem Mieter zu
und erhöhen die Summe, die am Ende zurückzuzahlen ist. Der Überschlag rechnet mit Zinseszins,
weil die Erträge auf dem Kautionskonto verbleiben.
Sie brauchen es genau — taggenau, mit wechselnden Zinssätzen pro Jahr und einer Aufstellung für die
Kautionsabrechnung? Den vollständigen Rechner pflegen wir auf unserem Schwesterportal:
Mietkaution-Zinsen überschlagen
Rechtlicher Rahmen: § 551 BGB
Laut § 551 Abs. 3 BGB ist der Vermieter verpflichtet, die Mietkaution zinsbringend anzulegen – und zwar zu dem Zinssatz, der für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblich ist. Das Geld muss außerdem von seinem eigenen Vermögen getrennt verwahrt werden.
Mieter und Vermieter können sich ebenfalls auf eine alternative Kautionsform wie ein Kautionsdepot einigen. Die Rendite der Anlage erhöht gleichzeitig die Kaution.
Welche Zinshöhe ist zu erwarten?

Seit der Finanzkrise lagen die Zinsen vieler Kautionskonten jahrelang nahe bei null. Mit den Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) von Juli 2022 bis September 2023 zogen die Sparzinsen wieder an – wenn auch sehr unterschiedlich und mit deutlicher Verzögerung. Seit Juni 2024 senkt die EZB wieder, was sich inzwischen auch im Spareckzins bemerkbar macht.
Aktuell (Stand 2026) liegen typische Zinsen für Kautionssparbücher bei etwa 0,1 % bis 1,5 % p.a. – abhängig von Bank und Anlageform.
Den unteren Rand dieser Spanne bilden klassische Filialkonten, den oberen einzelne digitale Anbieter. Über dem Spareckzins liegt derzeit vor allem die Deutsche Mietkaution, die den Zinssatz aktiv als Argument einsetzt statt ihn zu verschweigen.
Welcher Zinssatz gilt für die Mietkaution?
Das Gesetz nennt keine feste Zahl, sondern einen Maßstab: den Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Als Referenz dient in der Praxis die Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank, umgangssprachlich Spareckzins genannt. Maßgeblich ist dabei der Zinssatz, der im jeweiligen Zeitraum tatsächlich üblich war – nicht der Satz bei Vertragsschluss und nicht der bei Auszug. Über ein langes Mietverhältnis setzt sich der Anspruch deshalb aus mehreren Zinsniveaus zusammen.
Wichtig für die Erwartung: Der Durchschnitt der Bundesbank ist eine Orientierung, kein garantierter Mindestzins. Legt der Vermieter die Kaution ordnungsgemäß an — getrennt von seinem Vermögen, in einer Spareinlage dieser Art —, sind die dabei tatsächlich erzielten Zinsen geschuldet. Er muss weder die Bank mit dem höchsten Satz wählen noch die Differenz zum Durchschnitt ausgleichen. Zum Rechenmaßstab wird die Reihe erst, wenn gar nicht oder pflichtwidrig angelegt wurde — dann als Schätzgrundlage für den Schadensersatz.
Beispielhafte Berechnung der Zinsen
Formel zur Zinsberechnung (vereinfachte Version):
Zinsen = Kautionsbetrag × Zinssatz × Mietdauer (in Jahren)
Beispiel:
- Kaution: 1.200 €
- Zinssatz: 1,0 % p.a.
- Mietdauer: 3 Jahre
Zinsen = 1.200 € × 0,01 × 3 = 36 €
Am Ende des Mietverhältnisses hat der Mieter also Anspruch auf: 1.200 € + 36 € = 1.236 €
Zinsen bei der Mietkaution - klein, aber rechtlich wichtig
Auch wenn die Beträge oft nicht riesig sind: Die Zinsen gehören dem Mieter und müssen nach Mietende zusammen mit der Kaution ausgezahlt werden. Vermieter sollten die gesetzlich vorgeschriebene Anlageform wählen - Mieter wiederum sollten sich über ihre Ansprüche im Klaren sein.
Entwicklung der Spareck-Zinsen: Mietkaution Zinssatz Tabelle
Die Tabelle der Zinsen veröffentlicht regelmäßig die Bundesbank, diese Tabelle wurde in der Vergangenheit oft als Referenzwert für die Verzinsung von Mietkautionen herangezogen.
Die Zinsen auf Einlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist haben sich in den Jahren seit 1976 bis heute volatil entwickelt. Die folgende Tabelle zeigt die Jahresdurchschnitte der Bundesbank-Zeitreihe für private Haushalte (Neugeschäft) – gerundet auf zwei Nachkommastellen:
| Jahr | Zinssatz p. a. | Zinsen auf 1.200 € Kaution |
|---|---|---|
| 2026 (Jan.–Juni) | 0,69 % | 8,28 € |
| 2025 | 0,68 % | 8,16 € |
| 2024 | 0,74 % | 8,88 € |
| 2023 | 0,46 % | 5,52 € |
| 2022 | 0,09 % | 1,08 € |
| 2021 | 0,09 % | 1,08 € |
| 2020 | 0,11 % | 1,32 € |
| 2019 | 0,13 % | 1,56 € |
| 2018 | 0,16 % | 1,92 € |
| 2017 | 0,20 % | 2,40 € |
| 2016 | 0,30 % | 3,60 € |
| 2015 | 0,46 % | 5,52 € |
Gut ablesbar ist der Bruch: Von 2016 bis 2022 lag der Satz durchgehend unter 0,5 %, in den Jahren 2021 und 2022 sogar bei rund 0,09 %. Eine Kaution, die in dieser Zeit angelegt wurde, hat real kaum Zinsen erwirtschaftet – ein Grund, warum die Kaution häufig als totes Kapital beschrieben wird. Die Zinserhöhungen der EZB ab Juli 2022 schlugen auf die Sparbücher erst mit rund einem Jahr Verzögerung durch – ablesbar am Sprung von 0,09 % (2022) auf 0,46 % (2023). Seither liegt der Satz in der Größenordnung von 0,7 %.

Der Überschlagsrechner auf dieser Seite gibt das Ergebnis als Zahl aus. Wer die Entwicklung der eigenen Mietsicherheit als zeitliches Diagramm sehen möchte – mit dem jeweils gültigen Spareckzins pro Jahr statt einem festen Satz –, findet das im vollständigen Rechner auf unserem Schwesterportal mietkaution.org. Dort genügen die initiale Mietkaution und die Dauer des Mietverhältnisses; die Entwicklung wird anschließend grafisch dargestellt.
Hier ein Beispiel für eine Mietsicherheit von 2.400€ über einen Zeitraum von 8 Jahren von 2017 bis 2025:

In dem Beispiel hat sich die Mietsicherheit nach Abzug der Steuern von 13,01€ um 49,33€ erhöht, die Berechnung erfolgte aus Basis des Spareckzins.
Häufige Fragen zu den Zinsen auf die Mietkaution
Wie berechnet man die Zinsen auf die Mietkaution?
Für einen Überschlag genügt die Formel Kaution × Zinssatz × Laufzeit in Jahren. Genauer wird es, wenn man jahresweise rechnet: Man nimmt für jedes Jahr des Mietverhältnisses den damals üblichen Zinssatz aus der Tabelle oben und verzinst den jeweils angewachsenen Betrag weiter. Weil die Zinsen dem Kapital zugeschlagen werden, entsteht ein Zinseszinseffekt – bei den niedrigen Sätzen der vergangenen Jahre fällt er allerdings gering aus.
Wem stehen die Zinsen auf die Mietkaution zu?
Die Zinsen stehen dem Mieter zu. Sie erhöhen die Kaution und sind am Ende des Mietverhältnisses zusammen mit ihr auszuzahlen. Der Vermieter darf sie nicht behalten, auch dann nicht, wenn er das Konto auf seinen Namen geführt hat. Verwendet er die Zinsen für eigene Zwecke, bleibt der Anspruch des Mieters davon unberührt.
Müssen Kautionszinsen versteuert werden?
Ja, es handelt sich um Kapitalerträge des Mieters. Sie unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Solange die gesamten Kapitalerträge im Jahr unter dem Sparerpauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben, fällt praktisch keine Steuer an – ein Freistellungsauftrag bei der kontoführenden Bank verhindert dann den Abzug. Maßgeblich ist dabei das Jahr der Zinsgutschrift auf dem Konto, nicht das der Auszahlung nach dem Auszug. Bei Sammeltreuhandkonten ist ein Freistellungsauftrag nicht möglich; ob die Bank Steuer einbehält, hängt davon ab, ob sie im Inland sitzt.
Was tun, wenn der Vermieter keine Zinsen zahlt?
Zunächst sollte man ihn schriftlich unter Fristsetzung zur Abrechnung auffordern und einen Nachweis über die Anlage verlangen – Kontoauszug oder Kopie des Sparbuchs. Hat der Vermieter die Kaution gar nicht oder nicht zinsbringend angelegt, schuldet er trotzdem die Zinsen, die bei ordnungsgemäßer Anlage angefallen wären. Ansprüche auf Kaution und Zinsen verjähren regelmäßig in drei Jahren, gerechnet ab dem Ende des Jahres, in dem sie fällig geworden sind. Bei größeren Beträgen lohnt sich anwaltlicher Rat oder die Beratung durch einen Mieterverein.
Warum sind die Zinsen auf die Kaution so niedrig?
Weil der gesetzliche Maßstab an eine sehr konservative Anlageform gekoppelt ist: Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist gehören zu den am schlechtesten verzinsten Produkten überhaupt. In den Jahren 2016 bis 2022 lag der Satz durchgehend unter 0,5 %. Wer mehr aus der Summe machen will, braucht das Einverständnis beider Seiten – etwa für ein Kautionsdepot oder ein digitales Kautionskonto mit besserer Verzinsung. Tagesgeld scheitert dagegen an der Praxis: Kaum eine Bank nimmt die dafür nötige Verpfändung entgegen. Wie stark dabei die Laufzeit und nicht die Höhe den Ausschlag gibt, zeigt der Beitrag Zeit schlägt Höhe.
Quellen
- Zinssätze für Einlagen mit vereinbarter Kündigungsfrist bis 3 Monate (Zeitreihe BBIM1.M.DE.B.L23.D.R.A.2250.EUR.N), Stand 31.07.2026 — Deutsche Bundesbank
- § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten — Bundesministerium der Justiz
Betreibt seit 2010 unabhängige Informationsportale rund um die Mietkaution und wertet dafür laufend Bankkonditionen, Anbieterbedingungen und BGH-Rechtsprechung aus.