Bausparvertrag als Mietkaution: Welche Alternativen sind heute sinnvoll
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Über viele Jahre war der Bausparvertrag als Mietkaution eine beliebte Möglichkeit, die hohe finanzielle Belastung einer Mietkaution sinnvoll zu nutzen. Statt das Geld unverzinst auf einem Sparbuch zu hinterlegen, konnte man es in einen Bausparvertrag einzahlen, der gleichzeitig verpfändet wurde. So blieb das Kapital verfügbar, verzinste sich besser – und unterstützte langfristig das eigene Bau- oder Kaufvorhaben.
Doch diese Option gibt es heute praktisch nicht mehr. Banken bieten sie nicht mehr an, und selbst die Bausparkassen haben kaum noch ein Interesse daran, Mietkautionsverpfändungen vorzunehmen. Gleichzeitig hat sich der Markt für Mietkautionslösungen stark weiterentwickelt. Moderne Alternativen bieten heute oft höhere Renditen, mehr Flexibilität und geringere Gebühren als klassische Bausparverträge.
Dieser Artikel erklärt:
- Warum der Bausparvertrag als Mietkaution verschwunden ist
- Welche Risiken und Nachteile dieses Modell schon damals hatte
- Welche zeitgemäßen Alternativen es gibt
- Wie ein Mietkautionsdepot funktioniert und wann es sinnvoll ist
- Welche Lösung für wen geeignet ist
Warum war der Bausparvertrag früher als Mietkaution möglich?

Früher galten Bausparverträge als:
- sicher, da staatlich reguliert
- zinsstark, oft mit Guthabenszinsen über 2 %
- zweckgebunden, aber für Vermieter gut absicherbar
- einfach zu verpfänden
Der Mieter zahlte seine Kaution in einen Bausparvertrag ein, die Bausparkasse stellte dem Vermieter eine Verpfändungserklärung, und damit war die gesetzliche Sicherheit nach § 551 BGB gewährleistet.
Für viele Mieter war das Modell attraktiv, da:
- das Geld nicht „tot“ auf einem Sparbuch lag
- Zinsen und ggf. Bonuszahlungen winkten
- der Vertrag langfristig beim Bau oder Kauf eines Hauses helfen sollte
Warum gibt es diese Möglichkeit heute nicht mehr?
Die Gründe sind vielschichtig:
Bausparverträge sind nicht mehr attraktiv
- Guthabenszinsen liegen meist bei 0,01 % bis 0,25 %
- Abschlussgebühren (1 % der Bausparsumme) belasten die Rendite
- Bonuszinsen sind selten geworden
- Die Tarife wurden verschlechtert
Kurz: für Mieter und Sparer lohnt es sich finanziell kaum noch.
Bausparkassen wollen keine Verpfändungen mehr
Für die Bausparkassen sind Mietkautionsverträge heute:
- verwaltungsintensiv
- wenig lukrativ
- kompliziert in der Abwicklung
- unattraktiv im Massengeschäft
Viele Anbieter haben diese Möglichkeit komplett gestrichen.
Moderne Anlageformen bieten bessere Lösungen
ETF-basierte Mietkautionsdepots oder Mietkautionsbürgschaften sind:
- renditestärker
- günstiger
- flexibler
- digital abzuschließen
Damit ist der Bausparvertrag schlicht überholt.
Nachteile des Bausparvertrags als Mietkaution (schon damals und heute)
Auch wenn er früher beliebt war, hatte das Modell einige Schwächen:
- Lange Bindungsfristen (kaum Flexibilität)
- Hohe Abschlusskosten
- Komplizierte Auszahlungsmodalitäten
- Unattraktive Verzinsung über viele Jahre
- Keine Garantie, dass der Vermieter die Verpfändung akzeptiert
- Verzögerte Rückzahlung nach Auszug
Moderne Lösungen umgehen diese Probleme vollständig.
Moderne Alternativen zum Bausparvertrag als Mietkaution
Heute gibt es drei sinnvolle Alternativen:
Mietkautionsdepot
Die zeitgemäße Alternative zum Bausparvertrag ist das Mietkautionsdepot. Es setzt ebenfalls auf eine Verpfändung an den Vermieter, nutzt aber moderne ETF-Portfolios statt unattraktiver Bauspartarife.
Wie funktioniert das?
- Mieter eröffnet ein Depot bei Morgenfund (oder einem anderen Anbieter)
- Geld wird investiert – meist in breit gestreute ETFs
- Vermieter erhält eine digitale Verpfändungserklärung
- Das Geld bleibt Eigentum des Mieters und kann Rendite erwirtschaften
- Nach Auszug wird das Depot entsperrt und weitergeführt oder ausgezahlt
Vorteile:
✔ Renditechancen statt 0,01 % Sparbuchzins
✔ Voll digitaler Prozess
✔ Vermieter erhält reguläre Mietkautionssicherheit
✔ Flexibel jederzeit auflösbar
✔ Keine Abschlussgebühren
✔ Transparente Kosten
Für wen geeignet?
- Für Mieter, die Kapital langfristig investieren wollen
- Für alle, die Rendite statt Nullzinsen suchen
- Für Vermieter, die Wert auf eine insolvenzsichere Sicherheit legen
Mietkautionskonto / Mietkautionssparbuch
Die klassische Form der Barkaution – aber weiterhin zulässig.
Vorteile:
- sehr sicher
- von Vermietern problemlos akzeptiert
- schnelle Eröffnung
Nachteile:
- extrem niedrige Zinsen
- kaum Renditepotenzial
Diese Variante lohnt sich vor allem, wenn das Geld nur kurze Zeit hinterlegt wird.
Mietkautionsbürgschaft (Kautionsversicherung)
Hier wird keine Kaution hinterlegt, sondern eine Versicherung abgeschlossen.
Vorteile:
- Sofortige Entlastung: keine Kaution zahlen
- Geringer monatlicher Beitrag
- Keine Kapitalbindung
Nachteile:
- Mietkosten steigen durch Jahresbeiträge
- Gesamtpreis oft höher als Barkaution
- Nicht alle Vermieter akzeptieren Bürgschaften
Ideal für Mieter ohne Liquidität oder bei kurzfristigem Umzug.
Welche Lösung ist die beste? (Vergleich)
| Lösung | Rendite | Kosten | Vermieterakzeptanz | Flexibilität |
|---|---|---|---|---|
| Bausparvertrag (früher) | mittel | hoch | gut | gering |
| Mietkautionsdepot (heute) | hoch | niedrig | sehr gut | hoch |
| Kautionskonto | gering | gering | sehr gut | mittel |
| Kautionsbürgschaft | keine | mittel/hoch | gut | sehr hoch |
Moderne Alternativen sind dem Bausparvertrag weit überlegen
Der Bausparvertrag als Mietkaution war früher beliebt, heute ist er jedoch nicht mehr zeitgemäß und wird kaum noch angeboten. Gründe sind:
- fehlende Rendite
- hohe Kosten
- Wegfall der Verpfändungsmöglichkeiten
- moderne Alternativen mit deutlich besseren Konditionen
Die Empfehlung für moderne Mieter lautet daher eindeutig:
➡️ Ein Mietkautionsdepot ist heute die sinnvollste Variante bei einer langen Mietdauer.
Es vereint Sicherheit, Renditechancen und einfache digitale Abwicklung. Wer es dagegen besonders simpel möchte, kann weiterhin auf ein Mietkautionskonto setzen. Und wer keine Kaution zahlen möchte, findet in Mietkautionsbürgschaften eine flexible Alternative.
Was passiert mit einem bereits verpfändeten Bausparvertrag?
Bestehende Verpfändungen bleiben wirksam — die Bausparkassen haben das Neugeschäft eingestellt, nicht die Altverträge aufgelöst. Wer noch einen laufenden Vertrag als Sicherheit gestellt hat, kann ihn behalten, sollte aber prüfen, ob ein Wechsel lohnt: Zuteilungsreife und Kündigungsfristen passen selten zum Auszugstermin, und genau daran hakt es beim Mietende. Der Wechsel geht nur einvernehmlich, siehe Mietkaution umschichten.
Welche Form ersetzt den Bausparvertrag am besten?
Das hängt an der erwarteten Mietdauer. Für kurze und mittlere Mietverhältnisse ist ein gebührenfreies Kautionskonto mit Verzinsung die naheliegende Wahl, für lange Laufzeiten kommt das Mietkautionsdepot in Betracht — mit dem Kursrisiko als Preis für die Renditechance. Die vollständige Gegenüberstellung steht unter Alternativen zur Mietkaution.
Unabhängig von der Form gilt die Vorgabe aus § 551 BGB: getrennte Anlage, höchstens drei Nettokaltmieten, Zinsen für den Mieter.
Betreibt seit 2010 unabhängige Informationsportale rund um die Mietkaution und wertet dafür laufend Bankkonditionen, Anbieterbedingungen und BGH-Rechtsprechung aus.