Die korrekte Abrechnung der Mietkaution gehört zu den sensibelsten Themen im Mietverhältnis. Fehler führen schnell zu Streit, Verzugszinsen oder sogar Klagen. Gerade 2026 – bei steigenden Mieten, höheren Renovierungskosten und wachsendem Rechtsbewusstsein – sollten Vermieter ihre Prozesse sauber strukturieren.

Dieser Guide zeigt Schritt für Schritt, wie man die Mietkaution rechtssicher abrechnet, welche Fristen gelten und welche typischen Fehler man vermeiden sollte.


Gesetzliche Grundlage: § 551 BGB

Die Mietkaution ist im § 551 BGB geregelt. Wichtig:

  • Maximal 3 Nettokaltmieten
  • Anlage getrennt vom Vermögen des Vermieters
  • Verzinsung zum üblichen Zinssatz
  • Rückzahlung nach Beendigung des Mietverhältnisses

Die Kaution dient ausschließlich zur Absicherung berechtigter Forderungen – nicht als „pauschale Sicherheit“.

Wann darf man die Mietkaution abrechnen?

Eine Abrechnung erfolgt nach Ende des Mietverhältnisses und Rückgabe der Wohnung.

Wichtige Voraussetzungen:

  • Wohnung wurde vollständig geräumt
  • Schlüssel wurden übergeben
  • Übergabeprotokoll liegt vor
  • Offene Forderungen sind geprüft

Wichtig: Eine sofortige Auszahlung ist nicht verpflichtend. Vermieter haben eine Prüfungs- und Überlegungsfrist.


Welche Fristen gelten 2026?

Es gibt keine starre gesetzliche Frist – aber die Rechtsprechung setzt klare Grenzen.

Übliche Fristen:

  • 3–6 Monate: Standardprüfungszeitraum
  • Bis zu 12 Monate, wenn noch Nebenkostenabrechnung offen ist

Beispiel:

  • Auszug im März 2026
  • Nebenkostenabrechnung für 2026 erst im Folgejahr möglich
    → Ein angemessener Teil der Kaution darf bis zur Abrechnung einbehalten werden.

Was darf von der Kaution einbehalten werden?

Zulässige Abzüge:

Offene Mietzahlungen
Betriebskostennachzahlungen
✔ Schadenersatz bei Beschädigungen
✔ Nicht durchgeführte Schönheitsreparaturen (wenn wirksam vereinbart)

Nicht zulässig:

Normale Abnutzung
✘ Altersbedingter Verschleiß
✘ Unwirksame Schönheitsreparaturklauseln

Praxis-Tipp: Schäden immer dokumentieren (Fotos, Protokoll, Kostenvoranschlag).

Tipp: Was darf von der Mietkaution abgezogen werden?


Schritt-für-Schritt: Mietkaution korrekt abrechnen

Schritt 1: Forderungen prüfen

Schritt 2: Abrechnung erstellen

Transparente Aufstellung:

PositionBetrag
Kaution gesamt2.400 €
+ Zinsen120 €
– Mietrückstand300 €
– Reparaturkosten450 €
Auszahlung1.770 €

Schritt 3: Auszahlung überweisen

Restbetrag mit klarer Abrechnung übermitteln.


Wie berechnet man die Zinsen 2026 korrekt?

Die Kaution muss zinsbringend angelegt werden. Üblich ist ein:

  • Mietkautionssparbuch
  • Treuhandkonto
  • Verpfändetes Sparkonto

Je nach Bank liegen die Zinssätze 2026 häufig zwischen 0,5–2,5 %.

👉 Wer Zinsen korrekt berechnen möchte, kann dafür unseren Zinsrechner für Mietkautionen nutzen.

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Datenstand Deutsche Bundesbank: Februar 2026
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Sonderfälle bei der Abrechnung

Teilrückzahlung

Wenn nur ein Teil der Forderungen unsicher ist, sollte man den unstrittigen Teil sofort auszahlen.

Eigentümerwechsel

Bei Verkauf der Immobilie geht die Kautionspflicht auf den neuen Eigentümer über.

Insolvenz des Vermieters

Wurde die Kaution nicht getrennt angelegt, kann sie in die Insolvenzmasse fallen – ein erhebliches Risiko.


Typische Fehler von Vermietern

  1. Zu lange Einbehaltung ohne Begründung
  2. Keine getrennte Anlage der Kaution
  3. Unwirksame Renovierungsklauseln
  4. Keine Dokumentation von Schäden
  5. Keine schriftliche Abrechnung

Diese Fehler führen häufig zu gerichtlichen Auseinandersetzungen.


Warum eine saubere Kautionsanlage 2026 wichtiger denn je ist

Die beste Abrechnung beginnt mit der richtigen Anlageform.

Viele Vermieter setzen heute auf digitale Lösungen wie:

  • Klassisches Mietkautionssparbuch
  • Bank-Treuhandkonto
  • Digitale Mietkautionskonten

Ein professionelles Konto erleichtert:

  • Zinsberechnung
  • Dokumentation
  • Nachweis gegenüber Mietern
  • Rechtssicherheit

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Fazit: Struktur schafft Sicherheit

Die Mietkautionsabrechnung ist kein Hexenwerk – aber sie verlangt Sorgfalt.

Merksätze für Vermieter 2026:

  • Kaution getrennt anlegen
  • Forderungen sauber dokumentieren
  • Fristen einhalten
  • Transparente Abrechnung erstellen
  • Unstrittige Beträge zügig auszahlen

Wer hier strukturiert arbeitet, vermeidet Konflikte und stärkt das Vertrauensverhältnis. Wer die Kaution von Anfang an professionell und verzinslich anlegen möchte, sollte auf ein separates Mietkautionskonto setzen.

Auf mietkautionssparbuch.com finden Vermieter:

So wird die Abrechnung am Ende deutlich einfacher – und rechtssicher.