Unterschied zwischen VideoIdent, PostIdent und eID - Welche Identifikation ist die beste?
Wer heute online ein Konto eröffnet oder ein digitales Mietkautionssparbuch beantragt, muss seine Identität bestätigen. Banken und Finanzdienstleister sind gesetzlich verpflichtet, Kunden eindeutig zu identifizieren. Dafür kommen in Deutschland vor allem drei Verfahren zum Einsatz:
- PostIdent
- VideoIdent
- eID (Online-Ausweisfunktion)
Doch worin unterscheiden sich diese Methoden eigentlich? Welche Variante ist besonders schnell, sicher oder komfortabel? Und wie funktioniert die Aktivierung der eID?
Dieser Artikel erklärt die Unterschiede und zeigt, warum die digitale Identifikation zunehmend wichtiger wird - insbesondere bei modernen Online-Prozessen rund um Mietkautionen und digitales Wohnen.
Warum ist eine Identifikation überhaupt notwendig?
Bei der Eröffnung eines Kontos müssen Banken sicherstellen, dass die angegebene Person tatsächlich existiert und die Daten korrekt sind. Hintergrund sind gesetzliche Vorgaben zur Geldwäscheprävention und Betrugsbekämpfung.
Früher war dafür meist ein persönlicher Termin notwendig. Heute ermöglichen digitale Verfahren eine deutlich schnellere und bequemere Legitimation.
PostIdent – Der klassische Weg
Das PostIdent-Verfahren gehört zu den ältesten Identifikationsmethoden in Deutschland.
So funktioniert PostIdent
- Konto online beantragen
- Coupon oder QR-Code erhalten
- Mit Ausweis zur Postfiliale gehen
- Mitarbeiter prüft die Identität
- Unterlagen werden an die Bank übermittelt
Vorteile von PostIdent
- weithin bekannt
- keine technische Ausstattung nötig
- persönliche Prüfung vor Ort
Nachteile von PostIdent
- zusätzlicher Gang zur Postfiliale
- Wartezeiten möglich
- Kontoeröffnung dauert oft länger
- weniger komfortabel als digitale Lösungen
Gerade bei zeitkritischen Themen wie einem Mietkautionssparbuch empfinden viele Nutzer das Verfahren inzwischen als umständlich.
VideoIdent – Die digitale Identifikation per Videochat
VideoIdent wurde besonders durch Online-Banken populär.
So funktioniert VideoIdent
Die Identifikation erfolgt per Videoanruf mit einem Mitarbeiter. Dabei wird der Personalausweis in die Kamera gehalten und geprüft.
Typischer Ablauf:
- Antrag online ausfüllen
- Videochat starten
- Ausweis vorzeigen
- Sicherheitsfragen beantworten
- Identität bestätigen
Vorteile von VideoIdent
- vollständig online möglich
- schnelle Kontoeröffnung
- kein Filialbesuch notwendig
Nachteile von VideoIdent
- stabile Internetverbindung erforderlich
- Wartezeiten im Videochat möglich
- teilweise nur zu bestimmten Zeiten verfügbar
- Datenschutzbedenken bei manchen Nutzern
eID – Die moderne Online-Ausweisfunktion
Die eID („electronic identity“) gilt als besonders moderne Form der digitalen Identifikation. Dabei wird die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises genutzt.
Statt eines Videoanrufs erfolgt die Identifikation direkt über den Ausweis und eine verschlüsselte Datenübertragung.
eID aktivieren: So funktioniert die Online-Ausweisfunktion
Viele moderne Personalausweise besitzen bereits die integrierte eID-Funktion. Allerdings ist sie nicht immer automatisch aktiviert.
Voraussetzungen für die Nutzung
Für die Online-Ausweisfunktion werden benötigt:
- ein aktueller Personalausweis
- aktivierte eID-Funktion
- persönliche PIN
- NFC-fähiges Smartphone oder Kartenlesegerät
- die AusweisApp
So lässt sich die eID aktivieren
1. Prüfen, ob die Funktion aktiviert ist
Bei neueren Ausweisen ist die eID meist bereits freigeschaltet. Dies kann über die AusweisApp überprüft werden.
2. PIN bereithalten
Für die Nutzung wird die persönliche sechsstellige PIN benötigt.
3. AusweisApp installieren
Die offizielle AusweisApp ermöglicht die sichere Kommunikation zwischen Ausweis und Anbieter.
4. Smartphone mit NFC verwenden
Das Smartphone liest den Personalausweis kontaktlos aus.
5. Identität bestätigen
Nach Eingabe der PIN werden die benötigten Daten verschlüsselt übertragen.
Die gesamte Legitimation dauert oft nur wenige Minuten.
Vorteile der eID
Die eID bietet mehrere wichtige Vorteile gegenüber älteren Verfahren.
Besonders schnell
Die Identifikation erfolgt meist in wenigen Minuten.
Hohe Sicherheit
Die Datenübertragung ist stark verschlüsselt.
Kein Videochat notwendig
Es wird kein Mitarbeiter benötigt.
Vollständig digital
Ideal für moderne Online-Banking- und Mietprozesse.
Datenschutzfreundlich
Nutzer entscheiden selbst, welche Daten übertragen werden.
Nachteile der eID
Trotz vieler Vorteile gibt es noch einige Hürden.
- nicht jeder hat die Funktion aktiviert
- PIN wird häufig vergessen
- ältere Smartphones unterstützen NFC teilweise nicht
- viele Nutzer kennen die Funktion noch nicht
Die Bedeutung der eID wächst jedoch kontinuierlich.
Vergleich: VideoIdent, PostIdent und eID
| Verfahren | Aufwand | Geschwindigkeit | Komfort | Technik nötig |
|---|---|---|---|---|
| PostIdent | hoch | langsam | gering | nein |
| VideoIdent | mittel | schnell | gut | Webcam & Internet |
| eID | gering | sehr schnell | sehr hoch | NFC & AusweisApp |
Welche Methode eignet sich für Mietkautionssparbücher?
Gerade bei einem digitalen Mietkautionssparbuch wünschen sich viele Nutzer eine schnelle und unkomplizierte Kontoeröffnung.
Hier bietet die eID klare Vorteile:
- schnelle Legitimation
- papierloser Prozess
- kein Filialbesuch
- moderne digitale Abwicklung
Auch VideoIdent ist weiterhin weit verbreitet. PostIdent verliert dagegen zunehmend an Bedeutung.
Digitalisierung im Wohnungsmarkt nimmt zu
Die Identifikation per eID passt perfekt zu modernen digitalen Mietprozessen. Immer mehr Abläufe werden online durchgeführt:
- Wohnungsbewerbungen
- Mietverträge
- Mietkautionskonten
- Bonitätsprüfungen
- digitale Kommunikation mit Vermietern
Fazit
PostIdent, VideoIdent und eID verfolgen dasselbe Ziel: die sichere Identifikation bei einer Kontoeröffnung. Die Unterschiede liegen vor allem im Komfort, der Geschwindigkeit und dem Digitalisierungsgrad.
Während PostIdent als klassisches Verfahren gilt und VideoIdent den digitalen Übergang markiert, entwickelt sich die eID zunehmend zur modernsten Lösung. Besonders bei Online-Kontoeröffnungen und digitalen Mietkautionssparbüchern profitieren Nutzer von schnellen, sicheren und vollständig digitalen Prozessen.
Weitere Informationen zu digitalen Miet- und Wohnkonzepten gibt es auch auf xmiete.org.
Wofür braucht man die Identifikation bei der Mietkaution?
Für die Eröffnung des Kautionskontos. Sie ist eine Kontoeröffnung im Sinne des Geldwäschegesetzes, und die verlangt eine Identifizierung des Kontoinhabers — unabhängig davon, ob es sich um ein verpfändetes Sparbuch bei der Filialbank oder ein digitales Konto handelt.
Genau hier liegt der praktische Unterschied zwischen den Anbietern: Filialbanken identifizieren am Schalter, digitale Anbieter per VideoIdent oder eID. Wer den Weg in die Filiale vermeiden will, sollte vor der Auswahl prüfen, welches Verfahren angeboten wird — die Übersicht der Kontoformen steht im Mietkautionskonto-Vergleich.
Welches Verfahren ist für die Kontoeröffnung am schnellsten?
In der Regel die eID, sofern die Funktion im Ausweis freigeschaltet und die PIN bekannt ist — dann dauert es Minuten und ist an keine Öffnungszeiten gebunden. VideoIdent ist der verlässlichere Weg, wenn man diese Voraussetzung nicht erfüllt, hängt aber an der Verfügbarkeit von Mitarbeitern und einer stabilen Verbindung. PostIdent ist am robustesten und am langsamsten.
Für Vermieter, die mehrere Kautionen anlegen, fällt die Identifikation nur einmal an — ein Argument für die gebündelte Verwaltung, siehe Kostenloses Mietkautionskonto für Verwalter und Mietkaution für Vermieter.
Betreibt seit 2010 unabhängige Informationsportale rund um die Mietkaution und wertet dafür laufend Bankkonditionen, Anbieterbedingungen und BGH-Rechtsprechung aus.