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GetMomo Mietkautionskonto: Digitales Kautionsmanagement für Immobilienverwaltungen

Von Ulf Mayer Veröffentlicht am Aktualisiert am
GetMomo Mietkautionskonto: Digitales Kautionsmanagement für Immobilienverwaltungen

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Wer 80 Mietverhältnisse verwaltet, verwaltet im Zweifel auch 80 einzelne Kautionskonten – jedes mit eigener Eröffnung, eigenem Zinsnachweis und eigener Abrechnung beim Auszug. GetMomo setzt genau hier an: Statt vieler Einzelkonten bei der Hausbank läuft das Kautionsmanagement über ein digitales Treuhand-Sammelkonto mit Zuordnung je Mietverhältnis.

Was GetMomo ist – und was nicht

GetMomo Mietkaution

GetMomo (Getmomo Financial GmbH, Berlin) ist keine Bank, sondern eine cloudbasierte Banking-Plattform für die Immobilienwirtschaft. Die Konten selbst werden bei deutschen Partnerbanken geführt; neue Konten werden über die Hamburg Commercial Bank (HCOB) eröffnet. GetMomo liefert die Oberfläche, die Antragsstrecke, die Zuordnungslogik und die Schnittstellen in die Verwaltungssoftware.

Das Angebot richtet sich an professionelle Verwaltungen, nicht an einzelne Mieter oder Kleinvermieter mit zwei Wohnungen. Der Anbieter selbst nennt als sinnvolle Einstiegsgröße rund 50 verwaltete Einheiten oder 50.000 Euro Kautionsvolumen. Wer als Mieter oder privater Vermieter ein einzelnes Kautionskonto sucht, ist mit einem klassischen Mietkautionssparbuch deutlich besser bedient.

Kurzfassung

  • Digitale Banking-Plattform für Hausverwaltungen, WEG-Verwalter und Wohnungsgesellschaften
  • Mietkautionen laufen über ein kostenfreies Treuhand-Sammelkonto, getrennt vom Verwaltervermögen
  • Konten bei der Hamburg Commercial Bank, gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Einleger
  • Schnittstellen zu DOMUS/fluks, EverReal, Villa sowie EBICS und offene API
  • Nicht für einzelne Mieter oder Kleinvermieter gedacht

Das Problem: Kautionsverwaltung skaliert schlecht

Die Pflicht zur getrennten Anlage der Kaution ergibt sich aus § 551 Abs. 3 BGB: Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Vermögen anlegen, die Erträge stehen dem Mieter zu. In der klassischen Umsetzung heißt das ein Konto pro Mietverhältnis – und damit pro Einheit ein eigener Eröffnungsvorgang, eine eigene Legitimation, ein eigener Jahresauszug und beim Auszug eine eigene Auflösung.

Bei zehn Einheiten ist das lästig. Bei mehreren hundert Einheiten ist es ein eigener Arbeitsplatz. Typische Reibungspunkte im Verwalteralltag:

  • Kontoeröffnungen dauern Wochen, weil Filialprozesse und Papierformulare dazwischenhängen
  • Zinsnachweise für die Kautionsabrechnung müssen einzeln zusammengesucht werden
  • Beim Objektwechsel muss der komplette Kautionsbestand mühsam übertragen werden
  • Der Kontostand steht nicht in der Verwaltungssoftware, sondern in einem separaten Banking-Tool

Der Ansatz: Treuhand-Sammelkonto statt Kontenzoo

GetMomo bündelt die Kautionen eines Bestands auf einem Treuhand-Sammelkonto. Das Konto wird als Treuhandkonto geführt, ist damit vom Vermögen der Verwaltung getrennt und im Insolvenzfall geschützt. Innerhalb des Kontos erfolgt die Zuordnung je Mietverhältnis digital – jede Kaution bleibt einzeln nachvollziehbar, ohne dass für jede ein eigenes Bankkonto existieren muss.

  1. Kontoeröffnung online – Antrag und Legitimation laufen digital über die Plattform, ohne Filialtermin.
  2. Kautionen zuordnen – Eingänge werden dem jeweiligen Mietverhältnis zugewiesen, Auszüge sind in Echtzeit einsehbar.
  3. Bestand übernehmen – für vorhandene Kautionsbestände gibt es einen kostenfreien Umzugsservice auf Basis der bestehenden Mieterdaten.
  4. Auszahlung beim Auszug – Freigabe und Abrechnung inklusive Zinsen erfolgen aus der Plattform heraus.

Konditionen im Überblick

Leistung Ausgestaltung Kosten
Mietkautionskonto Treuhand-Sammelkonto mit Zuordnung je Mietverhältnis kostenfrei
WEG-Rücklagenkonto auf den Namen der Eigentümergemeinschaft, täglich verfügbar, variable Verzinsung kostenfrei
Mietkonten Sammelkonto mit virtueller IBAN je Eigentümer, automatische Zahlungszuordnung monatliche Pauschale
Hausgeldkonten laufende WEG-Bewirtschaftung monatliche Pauschale
Objektübernahme Migration bestehender Bestände ab 10 Einheiten kostenfrei

Die Höhe der monatlichen Pauschale für Miet- und Hausgeldkonten hängt von der Bestandsgröße ab und wird individuell kalkuliert. Kautions- und Rücklagenkonten sind davon nicht betroffen – sie werden ohne Kontoführungsgebühr geführt.

Integration in die bestehende Software

Für Verwaltungen ist meist weniger das Konto selbst die Hürde als die Frage, ob es sich in die vorhandene Systemlandschaft einfügt. GetMomo ersetzt keine Verwaltungssoftware, sondern dockt an:

  • Direktintegrationen in DOMUS/fluks, EverReal und Villa
  • EBICS-Anbindung an gängige Bankingsoftware wie StarMoney, Proficash, Sfirm oder Windata, inklusive Zahlungsfreigabe per digitaler Unterschrift
  • Offene API für eigene Systeme und individuelle Auswertungen

Sicherheit und Einlagensicherung

Da GetMomo die Konten nicht selbst führt, hängt die Sicherheit an der Partnerbank. Neue Konten laufen über die Hamburg Commercial Bank mit rund 28 Mrd. Euro Bilanzsumme – eine der 50 größten Banken Deutschlands. Es gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Einleger; über den freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken kann darüber hinaus eine zusätzliche Absicherung bestehen.

Bei einem Sammelkonto ist dabei relevant, dass die Zuordnung je Mietverhältnis sauber dokumentiert ist – genau das leistet die Treuhandstruktur, die dem einzelnen Mieter seine Kaution als wirtschaftlichem Berechtigten zuweist.

Was GetMomo nicht mehr anbietet

GetMomo war ursprünglich auch mit einer Mietkautionsbürgschaft für Mieter am Markt. Dieses Produkt wird seit 2024 nicht mehr an Neukunden vergeben; der Anbieter hat sich vollständig auf das Kontengeschäft für professionelle Verwaltungen konzentriert. Bereits abgeschlossene Bürgschaften laufen unverändert weiter. Wer heute eine Bürgschaft statt einer Barkaution sucht, muss sich also anderweitig umsehen.

Für wen lohnt sich das – und für wen nicht?

Passt gut zu …

  • Hausverwaltungen und WEG-Verwaltern ab etwa 50 Einheiten
  • Beständen, bei denen die Kautionsverwaltung heute manuell über viele Einzelkonten läuft
  • Verwaltungen, die DOMUS, EverReal oder Villa im Einsatz haben
  • Fällen, in denen ein größerer Kautionsbestand ohnehin migriert werden muss

Passt nicht zu …

  • einzelnen Mietern, die ein eigenes Kautionskonto eröffnen wollen
  • privaten Vermietern mit einer Handvoll Einheiten
  • Mietern auf der Suche nach einer Kautionsbürgschaft
  • Beständen deutlich unterhalb der empfohlenen Einstiegsgröße – hier steht der Umstellungsaufwand in keinem Verhältnis

Ausführliches Anbieterprofil: Konditionen, Kontotypen, Partnerbank und Einordnung gegenüber anderen Anbietern haben wir im Detail aufbereitet unter GetMomo im Anbietercheck auf mietkautionskonto.info.

Wie ordnet sich GetMomo gegenüber anderen Anbietern ein?

GetMomo ist auf Verwaltungen mit größeren Beständen zugeschnitten. Für einzelne Vermieter ist die Plattform selten die richtige Wahl — der Vergleich mit einer Lösung für kleinere Bestände steht unter Smartmiete oder GetMomo?. Die Einordnung aller digitalen Anbieter samt Verwahrmodell und Einlagensicherung findet sich unter Anbieter & Erfahrungen.

Weitere gebührenfreie Optionen für Verwalter listet Kostenloses Mietkautionskonto für Verwalter und Vermieter; wie sich die digitalen Konten gegenüber Sparbuch, Depot und Bürgschaft schlagen, zeigt der Formenvergleich.

Was bleibt trotz Sammelkonto in der Verantwortung des Verwalters?

Die Pflichten aus § 551 BGB gehen nicht auf den Anbieter über. Ein Treuhand-Sammelkonto ist zulässig, solange die Zuordnung je Mietverhältnis jederzeit nachvollziehbar bleibt — fehlt sie, gilt dasselbe wie beim unsauber geführten Sammelkonto. Ebenso bleiben die Zinsgutschrift an den Mieter und die Abrechnung zum Mietende Sache des Verwalters. Der Überblick über alle Verwalterpflichten steht unter Mietkaution für Vermieter.

Porträtfoto von Ulf Mayer
Ulf Mayer — Herausgeber und Redaktion

Betreibt seit 2010 unabhängige Informationsportale rund um die Mietkaution und wertet dafür laufend Bankkonditionen, Anbieterbedingungen und BGH-Rechtsprechung aus.

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